Das Gestaltungsprinzip des „Einfachen“, der Reduktion auf „das Wesentliche“ hat für den Kaufmann etwas Verführerisches. Typisch kaufmännisches Denken: Das einfache Ding müsste sich doch massenhaft (und damit preisgünstig) herstellen lassen.
Dass diese Denke zumindest im Bereich des Kunsthandwerks nicht unbedingt funktioniert, erlebte u.a. der Otto Maier Spieleverlag, Ravensburg in den 1970er Jahren bei der Produktion und beim Verkauf von Vitali-Spielzeug.
Einerseits bestach die großartige Einfachheit des Prototyps. Sie legte aus Sicht der Geschäftsleitung den Gedanken nahe, man könne dieses Objekt maschinell leicht vervielfältigen. Die Kopierfräse schafft aber nur die „wundersame Vermehrung“ der Rohlinge. Der Rest war (und ist bis heute) Handarbeit; d.h. Aufgabe von Auge und Hand eines begabten Handwerkers. Dessen unbedingt notwendiger Einsatz beeinflusst einen Preis, der vom Markt nicht akzeptiert wird.
Das Preis-Gefühl des potenziellen Käufers hat sich parallel zur Massenproduktion aus Billiglohn-Ländern entwickelt und ist blind geworden im Hinblick auf den Wert anspruchsvoller handwerklich gefertigter Objekte.
