Ausstellungen, die das Verhältnis Mensch/Tier in den Mittelpunkt stellen, haben Konjunktur. „Arche Noah“ in Dortmund, „Beauté Animale“ in Paris, „We Love Animals“ in Ravensburg, „Beastly/Tierisch“ in Winterthur, „Ape Culture“ in Berlin.
art DAS KUNSTMAGAZIN // APRIL 2018 greift diesen Hype auf unter der Überschrift „Das Tier in dir – Gegenüber und Teil von uns: Die große Geschichte vom Tier in der Kunst“. Die dort formulierte Perspektive wirkt auf mich verstörend: „Zum massenhaften Aufstand des animalischen Proletariats wird es vielleicht (sic!) nie kommen, doch in den Museen und Ausstellungshallen hat der neue Klassenkampf begonnen.“
Diese Logik einer drohenden Revolution der Tiere bleibt mir – wegen und trotz PETA-Militanz – verschlossen. Gelassenheit ist angesagt. Die Forderung, das Verhältnis von Mensch und Tier müsse neu verhandelt werden, entspricht allenfalls der Interessenlage von Ausstellungsmachern. Sie übersehen geflissentlich, dass die Idee von der Ebenbürtigkeit des Tiers nur eine philosophische Mode-Erscheinung ist.
Meine Tierprodukte stellen dem möglichen Interessenten eine einfache Frage: „Welches Tier gehört zu dir?“

