Wer „Schafland“ hört, denkt an Neuseeland. Passt, im Hinblick auf die Quantität. Betrachtet man allerdings die Qualität der Mensch-Schaf-Beziehung, dann kommt ein ganz anderes Land in den Blick. Senegal. Vertraut man einem Bericht in der Wochenzeitung „DIE ZEIT“, dann sind für die überwiegend muslimische Bevölkerung dieses Landes Lämmer und Böcke nicht nur Nutztiere, Wolllieferanten oder- anlässlich des Opferfests – Schlachttiere, sondern Schafe sind vor allem Mitbewohner, Statussymbol, Kapitalanlage. Manche Halter geben ihren Tieren Namen, andere behängen sie mit einem Amulett zum Schutz gegen den bösen Blick. Besondere Aufmerksamkeit bekommt das weiße Fell, das möglichst rein und strahlend sein soll. So wie der Autoliebhaber sein Fahrzeug regelmäßig wäscht und pflegt, so gehört im Senegal die gründliche Schafwäsche zum Wochenend-Programm.
Diese gelebte Schafliebe steht nicht im Widerspruch zur religiösen Tradition. Der Senegal hat 15 Millionen Einwohner. Zum Opferfest benötigt man 750.000 Schafe, selbstverständlich alles Importtiere.
Quelle: DIE ZEIT, 2018, Nr. 34, Seite 7
