Wenn man das, was man designmäßig im großen Maßstab erreicht hat, auch im kleinen Format realisieren möchte, dann sind einige Anstrengungen verlangt. Dies gilt vor allem dann, wenn das oberste Ziel des Entwicklungs-Prozesses die Familienähnlichkeit ist.
Es hat tatsächlich Jahrzehnte gedauert, bis der Bestand und die Optik der Artikel im aktuellen Miniatur-Sortiment erreicht wurde. Dabei hat die Reduktion auf das Wesentliche im Miniatur-Bereich auch die Gestaltung der lebensgroßen Schafe immer wieder positiv beeinflusst.
Auslöser war – wie beinahe immer – der Kundenwunsch: „Bitte kostengünstiger – gerne auch etwas kleiner.“ Grenzen entstehen durch die Materialen Holz (Holz-Brett, -Rundstab), Leder (Ohr) und Plastik-Augen, die für meine Design-Arbeit typisch sind.
Die Blök-Dose (ba-ba-Box) scheint in diesem Zusammenhang deplatziert. In meinem Verständnis von Miniaturisierung ist die Pappdose mit Fell- oder Plüsch-Mantel an dieser Stelle genau richtig. Sie materialisiert meines Erachtens ein Paradox. Das Schaf ist verschwindend klein, ist abwesend aber doch irgendwie auch anwesend. Ausgelöst durch das schaf-typische Geräusch wird die Anwesenheit eines Schafs suggeriert. Es entsteht im Kopf dessen, der die Blökstimme hört. (Das Schaf ist „irgendwo“ in der Box.)
Das „kleinste“ Schaf ist die Idee von einem Schaf. Wie die Zeichnung in der von Antoine de Saint-Exupéry erschaffenen Welt des kleinen Prinzen reagiert die ba-ba-Box auf die Aufforderung „Zeichne (bzw. mache) mir ein Schaf!“ mit der Feststellung „Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“ Und der Schaf-Suchende ist mit „seinem“ Schaf in der Box glücklich und zufrieden.

