Vorbild „Mezzadro“

 

Anläßlich der X. Mailänder Triennale 1954 wurde der „Mezzadro“ erstmals vorgestellt.

Die Brüder Achille und Pier Giacomo Castiglioni griffen für ihren federnden Metallsitz auf einen handelsüblichen Traktorsitz zurück, befestigten ihn mit einer Fahrrad-Flügelmutter auf einem schwingenden Bandstahl-Bogen, der beim Traktor die Stöße des unebenen Bodens mildern soll. Die Designer-Brüder stabilisierten den „Freischwinger“ durch ein Querholz, das formale Ähnlichkeit mit der Sprosse einer Leiter hat.

Jeder dieser 3 Bestandteile verdeutlicht seine funktionale Aufgabe. Sitz, Federung und Stabilisator. Das Bekannte erscheint in einem neuen, schlicht noblen und verblüffenden Zusammenhang.

Für die Brüder Castiglioni galt das Design dann als gelungen, wenn es – einem bildhauerischen Grundproblem folgend – alles Überflüssige entfernt und – durch die Beschränkung auf das Wesentliche, auf das Notwendige – ein (auch sichtbar) einleuchtender und dabei überraschend neuer Ausdruck erreicht wird.