Adventskranz – die vier Elemente des Brauchs

„Ein Adventskranz : das ist ein aus grünen Zweigen geflochtener Kranz, in den vier Kerzen eingesteckt sind, die an einem bestimmten Termin, den Adventssonntagen, nacheinander entzündet werden.“

Autor dieser Definition ist der Tübinger Kulturwissenschaftler Hermann Bausinger, der in seinem Aufsatz „Der Adventskranz“ die vier Elemente des Brauchs, grüne Zweige, Lichter, Kranzform und „Vordeutung auf das Weihnachtsfest“ genauer untersucht.

Grüne Zweige können in der Tat schon für sehr frühe Zeiten als wichtiges winterliches Zeichen nachgewiesen werden. (…) Auch die Lichter hatten oft nicht nur eine praktische, sondern auch eine symbolische oder rituelle Funktion; Beispiele für Kerzenbräuche gibt es ja nicht nur im Umkreis des Weihnachtsfestes, sondern beispielsweise auch im Wallfahrtswesen und Votivbrauch. Und ähnlich beschränkt sich die Kranzform ja nicht auf den Adventskranz, sondern ist auch in anderen, sehr entgegengesetzten Brauchbereichen — von der Hochzeit bis zur Beerdigung – zu finden. (…) Jedenfalls fehlte noch ein weiteres Element des Adventskranzes, das über die äußere Erscheinung hinausgeht: die Festlegung auf die Wochen vor Weihnachten, und im Zusammenhang damit der spezifische Sinn der Vordeutung auf das Weihnachtsfest, also der strengere Bezug auf das Evangelium.“

Hermann Bausinger (1980): Der Adventskranz  – Ein methodisches Beispiel

Quelle: https://publikationen.uni-tuebingen.de/xmlui/handle/10900/47613