„Tiere waren seit jeher Kunst-Anreger und Kunst-Akteure.“ (Peter Hamm)
Irgendwo zwischen Saint-Exupéry („Der kleine Prinz“) und Peter Hamm („Welches Tier gehört zu dir?“) liegt vermutlich auch eine Antwort auf meine persönliche Frage: Wie kommt einer wie ich, der nicht zeichnen kann, auf’s Schaf?
Meine zeichnerische Beschäftigung mit dem Motiv war anfangs genauso dilettantisch und naiv wie das erste Produkt. Ein Bretter-Gestell (Hals, Rücken, Wanst), massive Beine, massiver Kopf – alle Teile aus Kiefernholz, Körpervolumen durch einen mit Hobelspänen gefüllten Jute-Bezug, „Fellkleid“ aus Plüsch, Lederohren, Plastik-Augen, Bemalung (Augenringe, Nase-Mund-Zeichen).
Erst durch unzählige zeichnerische Versuche im Anschluss an das erste Produkt, das immerhin als Schaf identifiziert und akzeptiert wurde, entwickelte sich ein ungefähres Bild von „meinem“ Schaf. Dabei bekam ein Satz von Robert Musil „Zur Psychologie des Schafes“ bleibende Gültigkeit: „Der sichtbar gestaltete Ausdruck hoher Zustände ist dem der Blödheit nicht unähnlich.“
Daran sollte jedes anspruchsvolle Schaf-Objekt gemessen, diesem Anspruch sollte jede Schaf-Zeichnung gerecht werden.
