Schäfchen … gezeichnet von Tomi Ungerer .

Egal ob Plakate, Illustrationen, Cartoons, Kinderzeichnungen, Collagen oder Montagen, Tomi Ungerer beherrscht die verschiedensten Techniken und Genres und sein Repertoire umfasst die unterschiedlichsten Themen: die Volksmärchen, das Gesellschaftsleben, die Weltpolitik, die kindliche Phantasie, um nur einige zu nennen. Tomi Ungerer (1931 – 2019) war vor allem bekennender Natur- und Tierliebhaber. Dementsprechend seine Überzeugung: „Das Interesse für die Natur, Liebe zu den Tieren und Respekt vor ihnen werden dem Menschen in frühester Kindheit eingepflanzt.“

Während den Jahren „als Farmer“ (zunächst in Kanada (ab 1976) und später in Südwesten Irlands (ab1976) genoss er den vertrauten Umgang „mit allen Tieren“, am liebsten Katzen, Hunde, Pferde und Schweine, die alle in seiner Nähe lebten, die er beobachtete und zeichnete.

Dazu passt, dass in dem vom Diogenes Verlag 1990 herausgegebenen Bildband „Tierleben“ das Schaf nicht gerade zu den bevorzugten Protagonisten gehört. Andererseits belegen die veröffentlichten Bleistift-Studien und mehr noch die Pinsel- und Federzeichnungen die intensive Auseinandersetzung mit dem Motiv.

Dabei folgt Ungerer dem Beispiel des berühmten französischen Zeichners und Karikaturisten Gérard Grandville (1803 – 1847), indem es ihm gelingt, in seinen Tierbildern Charakterzüge aufzudecken, die im Betrachter ein Mitgefühl provozieren. Einzigartig und absolut meisterlich, weil Ungerer diesen Effekt unabhängig von den gewählten Stilmitteln souverän beherrscht.