Der Krafft in KrafftMeier

Ausschnitt aus dem Katalog von Meier.Germany 1991

Rund 20 Jahre dauerte es, bis 1991 neben dem Hersteller auch die Person des Designers „offiziell“ in Erscheinung trat. Dies lag weniger an der natürlichen Dominanz von Horst Meier, vielmehr galt es, die vielfältigen Arbeitsbereiche von Hanns-Peter Krafft angemessen zu ordnen. Vor allem der Lehrerberuf und die gestalterische Tätigkeit für Meier.Germany schienen zueinander im Widerspruch zu stehen. Also wurde aus dem Gestalter ein „Art-Designer“, mit eigenem Unternehmen, und die Arbeiten für Meier firmierten nach langwieriger behördlicher Begutachtung ganz offiziell als „künstlerische Nebentätigkeit“. Das Versteckspiel konnte damit so ganz allmählich beendet werden.

Den Schul-Kollegen erzählte ich von meinem Doppel-Leben nichts. Die Belastungen durch den Lehrer-Beruf waren seit den 1970er-Jahren ein Dauerstreit-Thema und mein Arbeitsleben passte nicht in die gängige Argumentation der Gewerkschafter.

(Vielleicht hatte ich aber auch nur Glück und der „Art-Designer“ verschaffte dem „Schullehrer“ immer wieder die notwendige Entlastung.)