Zwei Produkte, zwei Welten. Einmal die Vogelscheuche. Fotografiert in der Werkstatt. 1990. Ein Objekt aus Fundstücken, aus gebrauchten „armen“ Materialien. Ein Objekt, das Originalität, Witz und – in der „falschen“ Umgebung – Provokation transportiert.
Darunter das lebensgroße Alpaka, fotografiert im Studio. 2020. Ein Designer-Stück, das durch edle Materialien und Handwerkskunst glänzt. Design, das gefallen will.
Zwei Fotos, die den Weg des Designs – weg von der Radikalität des absolut Neuen und hin zur Anpassung an das vertraute Noble – dokumentieren. Trotz des unbestrittenen Witzes, den Produkte aus „armen“ Materialien haben können, wird ihnen ein attraktiver Charme im Kontext der „reichen“, teuren Dinge in der Warenwelt abgesprochen.
Wer heutzutage den Anspruch erhebt, ein Schaufenster oder einen „show-room“ bereichern zu können, der muss nicht nur originell und nett sondern auch hochwertig daherkommen. (Am liebsten sollte ein Schau-Objekt noch viel teurer scheinen, als es tatsächlich gekostet hat.)
Anpassung heißt das Diktat und steht für ein Armutszeugnis der aktuellen „Schauwerbegestaltung“.

