Die Verbindung des Osterfests mit dem Osterei ist einer der vielen Bräuche, der zunächst einen heidnischen Ursprung hatte, den sich aber die christliche Kirche sehr bewusst angeeignet hat. Der Übergang vom Heiden- zum Christentum gestaltete sich um vieles einfacher, indem man alte Traditionen beibehielt und mit einer neuen Bedeutung versah. Ostern und Osterei sind dafür ein gutes Beispiel. Die althergebrachte Symbolik von der Entstehung neuen Lebens bot sich geradezu an, in die christliche Symbolik rund um die Ostergeschichte integriert zu werden. In der Interpretation der christlichen Kirche verweist das Osterei auch auf den Triumph des Lebens über den Tod, das Küken befreit sich aus der scheinbar unbelebten Schale; in Analogie zur Geschichte der Wiederauferstehung, in der Jesus Christus den Tod überwindet und sein Grab verlässt.
Die herausragende Bedeutung des Eis in der christlichen Alltagskultur wird auch dadurch unterstrichen, dass der Verzehr von Eiern in der Fastenzeit nicht zugelassen war. Eier, die während dieser Zeit gelegt wurden, hat man meist hartgekocht und damit haltbar gemacht. Nach vierzig Tagen durften die Gläubigen am Ostersonntag dann erstmals wieder Eier essen. Was liegt da näher, als das Ei an diesem Tag ins Zentrum des Festtagsbrauchtums zu stellen?
